Das Wichtigste in Kürze
- Miles & More schreibt auf der eigenen Hilfeseite klar: Meilen und Points sind nicht käuflich.
- Über Bundle&Go geht es trotzdem – Meilenpakete, die über den Partner Points.com verkauft werden.
- Der Preis liegt je nach Paketgröße und Bonusaktion bei etwa 1,2 bis 1,7 Cent pro Meile.
- Gekaufte Meilen rechnen sich nur, wenn du sie für Langstrecke in Business oder First einlöst – und den Prämienplatz vorher gefunden hast.
- Ich kaufe keine Meilen. Ich wandle PAYBACK-Punkte um, weil die mich beim Einkaufen nichts extra kosten. Für große Meilenmengen ist das aber zu langsam – dazu unten die ehrliche Grenze.
„Kann ich einfach Meilen kaufen?" ist eine der häufigsten Fragen im Meilenspiel. Meistens steckt eine konkrete Situation dahinter: Der Prämienflug ist da, aber auf dem Konto fehlen 12.000 Meilen.
Die kurze Antwort
Miles & More beantwortet die Frage auf der eigenen Hilfeseite in einem Satz: „Nein, bei Miles & More können Sie weder Meilen noch Points kaufen."
Und trotzdem kannst du Meilen kaufen. Der Weg heißt Bundle&Go und läuft nicht über Miles & More selbst, sondern über den Partner Points.com. Genau daraus entsteht die Verwirrung: Die Hilfeseite sagt nein, weil es keinen direkten Meilenkauf gibt. Pakete mit Prämienmeilen gibt es sehr wohl.
Bundle&Go: der Umweg, der funktioniert
Bundle&Go verkauft keine Meilen einzeln, sondern Pakete in festen Stufen. Jedes Paket enthält eine Grundmenge Prämienmeilen, dazu kommt in Aktionszeiträumen ein Bonus von häufig 50 Prozent. Manche Pakete bringen zusätzlich Statuspunkte oder Lounge-Gutscheine.
Zwei Punkte, die du vorher wissen solltest:
- Die Stufen sind grob. Du kaufst nicht 12.000 Meilen, sondern das Paket, das mindestens 12.000 enthält. Wer 37.500 braucht, zahlt entweder mehrere kleine Pakete oder kauft ein großes und hat den Rest übrig.
- Der Bonus ist nicht immer für alle da. Die 50-Prozent-Aktionen gelten zeitweise nur für ausgewählte Mitglieder und teils nur für den ersten Kauf. Was für dich gilt, steht in deinem eingeloggten Konto – nicht in einem Blogartikel.
Die Obergrenze liegt bei 300.000 Meilen pro Kalenderjahr, Bonusmeilen kommen obendrauf.
Was eine gekaufte Meile kostet
So sahen die Pakete in der Aktion im September 2026 aus – mit 50 Prozent Bonus:
| Paket | Preis | Meilen inkl. Bonus | Preis je Meile |
|---|---|---|---|
| Bundle S | 125 € | 7.500 | 1,67 ct |
| Bundle M | 1.050 € | 75.000 | 1,40 ct |
| Bundle L | 1.850 € | 150.000 | 1,23 ct |
| Bundle XL | 2.650 € | 225.000 | 1,18 ct |
Momentaufnahme der Aktion vom September 2026, erhoben am 30.09.2026. Bundle&Go-Preise und Bonushöhen wechseln mehrmals im Jahr – prüfe den aktuellen Stand in deinem Miles-&-More-Konto, bevor du kaufst. Die Größenordnung bleibt stabil: gut ein bis knapp zwei Cent je Meile.
Das Muster ist immer gleich: Je größer das Paket, je höher der Bonus, desto günstiger die einzelne Meile. Ohne Bonusaktion liegt der Preis deutlich höher – dann lohnt sich das Rechnen meist gar nicht mehr.
Die Rechnung: ab wann es sich lohnt
Meilen kaufen ist ein Tauschgeschäft: Du gibst Geld und bekommst eine Währung, die nur eine Airline akzeptiert. Ob das gut war, entscheidet sich an einer einzigen Zahl – was du beim Einlösen aus einer Meile herausholst.
| Wofür du einlöst | Wert je Meile (Richtwert) | Kauf bei 1,2–1,7 ct |
|---|---|---|
| Langstrecke Business oder First | 3–5 ct | rechnet sich klar |
| Langstrecke Economy | 1,5–2,5 ct | knapp, oft nicht |
| Kurzstrecke Economy | unter 1,5 ct | lohnt nicht |
| Prämien und Gutscheine im Shop | meist unter 1 ct | Verlustgeschäft |
Die Werte je Einlöseweg im Detail – inklusive Upgrade, Cash & Miles und Worldshop – stehen in Meilen einlösen.
Daraus folgt eine einfache Regel: Gekaufte Meilen gehören in die Business Class auf der Langstrecke. Alles andere ist ein Geschäft, bei dem du draufzahlst.
Und eine zweite, die noch wichtiger ist: Erst der Prämienplatz, dann der Kauf. Eine Meile ist nur so viel wert wie der Flug, den du damit bekommst – und Prämienplätze in der Business Class sind knapp. Wer erst kauft und dann sucht, hat unter Umständen 1.000 Euro in einer Währung geparkt, für die es keine Ware gibt. Wie du freie Plätze findest, steht in meinem Artikel zum Prämienflug mit Miles & More.
Mein Business-Flug als Gegenrechnung
Ich bin für 37.500 Meilen plus 164,10 US-Dollar in der Business Class von Dar es Salaam nach München geflogen. Regulär hätte dieser Flug über 4.000 Euro gekostet. Die ganze Geschichte steht in Business Class für 37.500 PAYBACK Punkte.
Rechnen wir einmal durch, was dieser Flug mit gekauften Meilen gekostet hätte. 37.500 Meilen bekommst du nicht als Paket – du brauchst fünf Bundle S. Das sind 625 Euro. Plus die Zuzahlung von rund 140 Euro landet man bei etwa 765 Euro für einen Flug mit einem Listenpreis über 4.000 Euro.
Das ist die unbequeme Erkenntnis für alle, die jahrelang Punkte sammeln: Selbst gekaufte Meilen hätten diesen Flug auf ein Fünftel gedrückt. Wer eine konkrete Buchung vor sich hat und einen freien Prämienplatz in der Business Class sieht, kann mit gekauften Meilen ein ausgesprochen gutes Geschäft machen.
Der Haken steckt in dem Wort „konkret". Ohne Buchung ist es kein Geschäft, sondern eine Wette.
Vier Fehler beim Meilenkauf
- Auf Vorrat kaufen. Gekaufte Meilen sind normale Prämienmeilen – sie verfallen genauso wie gesammelte. Und die Airline kann die Award-Tabelle jederzeit anpassen. Dein Einkaufspreis ist dann fix, der Gegenwert nicht.
- Ohne Verfügbarkeit kaufen. Der häufigste und teuerste Fehler. Erst suchen, dann zahlen.
- Steuern und Gebühren vergessen. Ein Prämienflug ist nie ganz kostenlos – Steuern, Zuschläge und Gebühren zahlst du zusätzlich in Geld. Bei mir waren es 164,10 US-Dollar.
- Ohne Bonusaktion kaufen. Ohne die 50 Prozent wird die Meile spürbar teurer und die Rechnung kippt. Wenn keine Aktion läuft: warten.
Warum ich trotzdem keine Meilen kaufe
Ich kaufe keine Meilen, weil ich sie nebenbei bekomme. Meine kommen aus PAYBACK-Punkten, die ich 1:1 in Meilen umwandle – am besten, wenn gerade ein Transfer-Bonus läuft. Diese Punkte kosten mich keinen Cent extra, weil ich die Einkäufe sowieso mache.
Jetzt die ehrliche Grenze, die in kaum einem Artikel steht: Über den Supermarkt allein kommt das nicht zusammen. Bei einem Punkt je zwei Euro Umsatz bräuchtest du 150.000 Euro Einkaufswert für 75.000 Punkte. Das ist keine Strategie, das ist Arithmetik gegen dich.
Was den Unterschied macht, sind die Coupons und der Kartenumsatz. Die eCoupons in der App vervielfachen die Punkte eines einzelnen Einkaufs, und die PAYBACK American Express legt auf jeden Kartenumsatz noch einen Punkt je drei Euro obendrauf. Erst damit wächst das Konto in einem Tempo, das zu Langstreckenflügen führt. Was dein aktueller Punktestand wert ist, rechnet dir der Meilen-Rechner aus.
Ehrlich bleibt aber: Sammeln ist der langsame Weg. Wer in acht Wochen in der Business Class sitzen will und 40.000 Meilen zu wenig hat, sammelt die nicht mehr zusammen. Für den ist Bundle&Go kein Betrug, sondern die richtige Antwort.
Fazit
Meilen kaufen ist nicht der Trick, den viele suchen, und nicht die Falle, die andere daraus machen. Es ist ein Tausch mit einem klaren Kurs: rund 1,2 bis 1,7 Cent je Meile, wenn eine Bonusaktion läuft.
Ob der Tausch gut ist, hängt an einer Frage: Hast du einen konkreten Prämienplatz in der Business Class auf der Langstrecke? Dann ja, und deutlich. Kaufst du auf Vorrat, für Economy oder für Prämien aus dem Shop, verlierst du Geld.
Ich sammle weiter über PAYBACK, weil mich das nichts kostet und ich keine Eile habe. Wer Eile hat, rechnet besser mit dem Taschenrechner als mit Geduld.
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Freiheitsbriefe abonnierenDominik Kienzle
Ich bin Dominik. Seit 2021 selbstständiger SEO-Freelancer, seit 2023 aus Deutschland abgemeldet. Hier zeige ich, wie du dich mit einem bezahlbaren Skill, eigenem Einkommen und Selbstverantwortung Schritt für Schritt aus Abhängigkeit löst – und dokumentiere offen, wie weit ich selbst bin.