Warum ich das öffentlich mache
Weil öffentliche Ziele anders wirken als private. Wenn du weißt, dass Leser diese Seite aufrufen und nachschauen, ob der Balken sich bewegt hat, überlegst du dir zweimal, ob du die Sparrate ausfallen lässt.
Und weil ich auf diesem Blog nur über Dinge schreibe, die ich selbst mache. Dazu gehört auch, dass du hier echte Zahlen siehst – auch dann, wenn ein Update mal nach unten geht. Börsenjahre wie 2022 kommen wieder, und dann wird dieser Balken eben kürzer. Auch das werde ich dokumentieren.
Was ist finanzielle Reichweite – und warum messe ich sie?
Die meisten Finanzblogs feiern ihr Nettovermögen. Mir sagt diese Zahl wenig. Was mich wirklich interessiert: Wie lange bin ich frei, wenn morgen alle Einnahmen wegbrechen? Die monatlichen Kosten, aus denen sich die Reichweite rechnet, findest du aufgeschlüsselt unter Was ich jeden Monat ausgebe.
Genau das misst die finanzielle Reichweite. Ich teile mein Vermögen durch meine monatlichen Muss-Kosten – also das, was ich jeden Monat wirklich decken muss: Lebenshaltung, Versicherungen, laufende Verpflichtungen. Aktuell sind das 2.360,13 € pro Monat.
Wichtig dabei: Muss-Kosten sind nicht dasselbe wie meine Fixkosten. Tatsächlich gebe ich jeden Monat mehr aus – Reisen, Restaurantbesuche, spontane Ausflüge gehören zu meinem Leben dazu. Aber all das könnte ich im Ernstfall sofort streichen. Die Muss-Kosten sind nur das, was ich wirklich zahlen muss, egal was passiert. Deshalb rechne ich die Reichweite bewusst mit dieser Zahl: Sie zeigt, wie lange ich im Ernstfall wirklich durchhalten würde.
Rechne deine eigene Reichweite aus
Die Formel ist eine Division: dein frei verfügbares Vermögen geteilt durch das, was du jeden Monat wirklich zahlen musst. Nichts davon verlässt deinen Browser.
So lange kämst du ohne einen einzigen Euro Einnahmen aus.
So sehen meine kompletten Fixkosten aktuell aus:
Die Rücklagen sind Sparen, kein Zwang – die könnte ich jederzeit pausieren, genau wie das Ausgehen und die Reisen in der Lebenshaltung. Die Investment-Rate dagegen ist Pflicht: Das ist die Rate für meine Immobilienkredite. Was im Ernstfall wirklich bezahlt werden muss, sind unterm Strich die 2.360,13 € Muss-Kosten.
Darin steckt auch eine Rate von 700 € für alte Schulden aus meiner früheren Wohnung (Reststand: 2.153,49 €). Die ist der Grund, warum ich beim Investieren zwei Jahre pausieren musste – und sie ist gleichzeitig mein größter Hebel, dazu unten mehr.
Mein Ziel: 250 Monate Reichweite bis 2040 – fast 21 Jahre, in denen ich leben, arbeiten und reisen kann, ohne dass mir irgendjemand reinreden darf. Das ist für mich echte Freiheit – nicht eine abstrakte Zahl auf dem Konto.
Dahin geht es in Stufen. Die nächste sind 50 Monate bis 2028, danach 100 bis 2032 – was jede Stufe in Euro bedeutet, rechne ich dir weiter unten vor.
Mein Vermögen im Detail (ohne Immobilien)
Für die Reichweite zählt nur, was ich im Ernstfall auch wirklich anfassen könnte. Deshalb rechne ich mit dem flüssigen Kapital: 45.523,74 € – aufgeschlüsselt nach Anlageklassen, Stand 4. Oktober 2026:
Zur DFK-Anleihe: Die 7.140 € liegen dort fest und sind eigentlich für die Neuverhandlung meiner Immobilienkredite gedacht. Ich zähle sie trotzdem zur Reichweite – aus einem einfachen Grund: Kündigen kann ich sie jederzeit, verfügen nach zwölf Monaten. Und so lange trage ich mich mit Depot und Rücklagen ohnehin. Wenn wirklich alle Einnahmen wegbrechen, wäre die Kreditverhandlung mein kleineres Problem.
Eine Position lasse ich dagegen draußen:
- Edelmetalle · 3.264 € – vorhanden, aber nicht kurzfristig zum fairen Preis verkäuflich. In einer Notlage würde ich mich darauf nicht verlassen. Mit ihnen läge die Reichweite bei 20,7 statt 19,3 Monaten. Lieber unterschätze ich mich selbst, als dass ich mir eine Sicherheit vorrechne, die im Ernstfall nicht da ist.
Wichtig zur Einordnung: Nicht liquide heißt nicht wertlos. Die Edelmetalle zählen voll zu meinem Nettovermögen. Sie tragen nur nichts zur Reichweite bei – das sind zwei verschiedene Fragen: „Wie lange komme ich morgen ohne Einnahmen aus?" und „Wie viel habe ich insgesamt aufgebaut?"
Und noch eine ehrliche Einschränkung: Beim Verkauf von ETFs können Steuern auf die Gewinne anfallen. Die Reichweite ist deshalb eher eine Obergrenze als ein garantierter Wert. Warum ich diese Zahl trotzdem dem Nettovermögen vorziehe, habe ich hier ausführlich begründet.
Der größte Block sind Aktien und ETFs – breit gestreut, weltweit, per Sparplan. Die P2P-Position ist mein Notgroschen-Baustein bei Bondora Go & Grow.
Die DFK Anleihe verzinst sich mit 5 % – und dieses Geld ist fest verplant: In vier Jahren steht die Kredit-Neuverhandlung für meine Immobilien an, und dafür will ich Eigenkapital auf dem Tisch haben.
Und die Immobilien?
Ich besitze zwei Immobilien im Wert von rund 188.000 €. In die Reichweite zähle ich sie trotzdem nicht – aus zwei Gründen: Die Kredite laufen noch und der Cashflow ist aktuell negativ, sie kosten mich also jeden Monat Geld, statt welches zu bringen. Und kurzfristig zu Geld machen kann ich sie auch nicht.
Deshalb stehen sie hier nur der Vollständigkeit halber. Sobald die Kredite neu verhandelt sind und der Cashflow dreht, bekommen sie ihren Platz in dieser Rechnung – auch das wirst du dann im Update-Log lesen.
Wo mein Geld konkret liegt
Falls du dir einen ähnlichen Aufbau bauen willst: Das sind die Anbieter, bei denen mein Geld tatsächlich liegt – keine Empfehlungs-Liste aus dem Katalog, sondern meine echten Konten:
Die Kreisfarben entsprechen den Anlageklassen aus der Grafik oben. Das Depot läuft seit Jahren bei comdirect – ich hatte nie einen Grund zu wechseln. Die Rücklagen liegen getrennt vom Girokonto auf dem Tagesgeldkonto: Im Alltag komme ich nicht dran, im Notfall sofort.
Bei P2P ist Bondora der mit Abstand größte Teil – 2025 mit 2.500 € gestartet, seitdem läuft es einfach mit. Mintos und PeerBerry sind Reste aus meiner aktiveren P2P-Zeit. Neues Geld fließt vor allem in die ETFs – P2P bleibt eine bewusst kleine Beimischung.
Meine drei Ziele – und wo ich gerade stehe
In meiner Tabelle stehen drei Ziele, jedes mit einem Datum dahinter. Ohne Datum ist es kein Ziel, sondern ein Wunsch. Die ersten beiden sind Zwischenschritte – sie zahlen direkt auf das dritte ein. Und 50 Monate sind nicht das Endziel, sondern die nächste Stufe: danach kommen 100 bis 2032 und 250 bis 2040.
11.600,00 € von 13.753,49 € · noch 2.153,49 € offen
84,3 % geschafft6.200,86 € von 10.000,00 € · noch 3.799,14 € offen
62,0 % geschafft19,3 Monate von 50 Monaten · noch 30,7 Monate offen
38,6 % geschafftWarum kein Vermögensziel? Mein Nettovermögen liegt bei 72.780,96 €, mein flüssiges Kapital bei 45.523,74 €. Die Differenz sind vor allem Edelmetalle und die beiden Immobilien: 188.000 € Wert, aber noch 161.854 € Kredite – unterm Strich bleibt davon wenig übrig. Eine Euro-Zahl, in der das alles zusammenfließt, sagt mir nichts darüber, wie lange ich ohne Einnahmen durchhalte.
Die zwei Hebel zu 100 Monaten
Hebel 1: Vermögen aufbauen. Anfang 2027 starte ich wieder richtig mit dem Investieren – mit monatlicher Sparrate in meine ETFs. Bei meinen heutigen Muss-Kosten bräuchte ich für 100 Monate rund 236.000 €. Das ist ambitioniert, und genau deshalb steht es hier öffentlich.
Hebel 2: Muss-Kosten senken. Von ursprünglich 13.753,49 € Konsumschulden aus meiner alten Wohnung sind noch 2.153,49 € offen – bei 700 € Rate pro Monat bin ich im Dezember 2026 durch. Dann fallen die 700 € aus den Muss-Kosten weg, sie sinken auf rund 1.660 € – und die Reichweite springt rechnerisch von 19,3 auf etwa 27,4 Monate, ohne dass ich einen einzigen Euro mehr auf der Seite habe. Schuldenfreiheit ist damit mein wichtigstes Zwischenziel.
11.600 € getilgt · 700-€-Rate pro Monat · Ziel: bis Dezember 2026 schuldenfrei
Dieser Balken läuft dem Reichweiten-Balken oben entgegen: Er soll schrumpfen, während der andere wächst. Beide bekommen bei jedem Update neue Zahlen.
Beide Hebel zusammen heißt: Jeder getilgte Euro und jeder investierte Euro schieben denselben Zähler. Wie ich langfristig daraus laufendes Einkommen machen will, liest du in meinem Plan vom Leben von Dividenden.
Das große Ziel: 250 Monate Reichweite bis 2040
Rechnen wir es aus: 250 Monate sind fast 21 Jahre. Bei meinen heutigen Muss-Kosten von 2.360,13 € bräuchte ich dafür rund 590.000 €. Ohne die 700-€-Schulden-Rate – und schuldenfrei bin ich bis dahin lange – reichen etwa 415.000 €.
Klingt nach einer absurden Zahl, wenn man bei 19,3 Monaten steht? Ja. Aber zwischen heute und 2040 liegen 14 Jahre – und über so einen Zeitraum arbeitet der Zinseszins spürbar mit. Das ist keine Garantie, sondern ein Ziel. Ob es aufgeht, siehst du hier – Monat für Monat, Balken für Balken.
Update-Log
Jede Änderung an dieser Seite landet hier – mit Datum und den nackten Zahlen. Alle Punkte im Verlauf oben sind nach der heutigen Methode gerechnet: flüssiges Kapital inklusive DFK-Anleihe, ohne Edelmetalle.
- Oktober 202619,3 Monate+0,7Der größte Sprung seit Juni – und er kommt fast komplett aus einer Position: Meine Krypto-Position ist von 2.454 € auf 3.810 € gestiegen, das sind 1.355 € mehr, ohne dass ich etwas dazugetan hätte. Dazu rund 260 € Zuwachs im Depot und Kleinigkeiten in Rücklagen und P2P. Flüssiges Kapital gesamt: 45.523,74 €. Auf der Kostenseite sind meine Muss-Kosten um 2 € auf 2.360,13 € gestiegen – eine Abo-Erhöhung, mehr nicht. Ehrlich eingeordnet: Ein Plus, das an einem Kurs hängt, kann im nächsten Monat genauso wieder weg sein. Die Schuldenrate läuft davon unberührt weiter.
- September 202619,3 Monate+0,2Erstmals stehen meine drei Ziele aus der Tabelle auf dieser Seite. Und ich habe beim Abgleich mit meinem Sheet zwei Fehler gefunden: Meine Muss-Kosten lagen nie bei 2.458,12 €, sondern bei 2.360,13 € – ich hatte hier falsch gerechnet. Dazu kommen 100 € mehr in der DFK-Anleihe, die ich noch nicht übertragen hatte. Beides zusammen hebt die Reichweite auf 19,3 Monate. Das ist kein Fortschritt, den ich mir verdient hätte, sondern eine Korrektur. Aber lieber eine Zahl, die stimmt.
- August 202618,4 Monate+0,3Zwei 700-€-Raten sind rausgegangen, die Restschuld steht Ende August bei 2.153,49 €. Den größeren Teil des Zuwachses macht aber das Depot: Es steht am 28. August bei 25.707,21 € bei +37,99 % Gesamtrendite. Dazu 200 € mehr in den Rücklagen. Vermögen ohne Immobilien: 47.363,11 €.
- Juli 202618,1 Monate+0,1Eine weitere 700-€-Rate ist raus. Dazu ein kleines Plus im ETF-Depot (~100 €) und 200 € mehr in den Rücklagen. Vermögen: 46.686,83 €. Restschuld: 3.553,49 €. Langsam, aber die Richtung stimmt.
- Juni 202618,0 MonateStartpunktBeginn der öffentlichen Dokumentation – mit 46.386,83 € Vermögen ohne Immobilien und 2.403,98 € Muss-Kosten pro Monat. Die Schulden aus meiner alten Wohnung sind hier noch 1.400 € höher als heute, die 700-€-Rate läuft Monat für Monat. Restschuld: 4.253,49 €.